Veröffentlichungen

Zwölfjährigen zum Stehlen genötigt

von Monika Koch vom 28.03.2012 in Westfälische Nachrichten

Drei Jahre und vier Monate Haft für Gronauer

Wie die WN berichtete, verhandelte das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Rheine am Montag insgesamt acht Anklagen gegen den 19-jährigen Angeklagten. Der schwerwiegenste Vorwurf, eine gemeinschaftlich begangene räuberische Erpressung zum Nachteil eines Taxifahrers erwies sich dann nach der Zeugenvernehmung des Taxifahrers lediglich noch als gemeinschaftlich begangener Betrug. Denn dem Angeklagten war nur nachzuweisen, dass er verabredet hatte, nach der Fahrt das Entgelt nicht zu entrichten. Der Taxifahrer hatte erklärt, den Schlag, der gegen ihn geführt worden war, sei von dem anderweitig verfolgten Mittäter geführt worden, nicht aber von dem Angeklagten.

Auch einige der weiteren Anklagen liessen sich nicht erhärten, so dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft einige Vorwürfe im Hinblick auf die zu erwartende Strafe eingestellt worden sind. Hinsichtlich der verbleibenden Taten war der Angeklagte dann geständig, so dass die weitere Beweisaufnahme deutlich erleichtert wurde.

Letztlich wurde der Angeklagte dann unter Einbeziehung einer Verurteilung des Amtsgerichts Heinsberg zu einer Einheitsjugendstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten verurteilt, wovon bereits 1 Jahr 9 Monate aus der einbezogenen Strafe verbüßt sind. Ausserdem werden die fast 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft agerechnet, so dass in 1 Jahr und 5 Monaten der Endstrafenzeitpunkt erreicht sein wird.

Von dem Gericht wurde Jugendstrafrecht angewandt, da der heranwachsende Angeklagte mit seinen 19 Jahren aufgrund der Entwicklung und Erziehung noch nicht einem Erwachsenen gleichzustellen war. Eine Jugendstrafe war jedoch zu verhängen, da dem Angeklagten sog. schädliche Neigungen zu attestieren waren.

Als Verteidigerin tätig: Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht Ursula Knecht