Veröffentlichungen

Staatsanwalt fordert Haftstrafe für Drogendealer

von Günter Weber vom 03.08.2004 in Münstersche Zeitung (Kreis Steinfurt)

Steinfurt - Der Prozess gegen einen 44-jährigen Gastwirt aus Steinfurt geht in die Verlängerung.

Gestern kam es nicht zu dem erwarteten Urteil, da der Verteidiger aus gesundheitlichen Gründen nicht plädieren konnte. So kam nur der Staatsanwalt zu Wort. Er beantragte für den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Rauschgift eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

Erst im April dieses Jahres hatte die 7. Große Strafkammer am Landgericht Münster dem 44-Jährigen unter Einbeziehung einer Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Dem inzwischen arbeitslosen und verschuldeten Angeklagten war damals auch ein Handeltreiben mit Marihuana in insgesamt 55 Fällen zur Last gelegt worden. Aufgrund unterschiedlicher Zeugenaussagen hatte die Kammer dieses Verfahren abgetrennt.

Jetzt wurde wieder aufgerollt. Der Staatsanwalt legt dem Angeklagten zur Last, in Steinfurt in der Zeit von Januar 2002 bis Juni 2003 regelmäßig mit Rauschgift gehandelt zu haben. Wie im ersten Verfahren stritt auch gestern der 44-Jährige das Handeltreiben mit Marihuana ab und sagte aus, dass er lediglich als Kurier für einen Drogendealer fungiert habe. Zwei Zeugen, die bereits bei der Polizei ausgesagt hatten, dass sie wöchentlich bei dem Angeklagten jeweils 10 Gramm Marihuana gekauft hätten, hatten inzwischen ihre Aussage widerrufen.

Der 44-Jährige hatte sich im Juni vergangenen Jahres eine wilde Verfolgungsjagd mit der Besatzung eines Streifenwagens geliefert. Der Mann hatte Gas gegeben, als er vor seiner Wohnung die Beamten bemerkte und war mit seinem 500er Mercedes geflüchtet. Mit teilweise über 200 km/h ging es über Landstraßen und durch Nordwalde, wobei der Flüchtende auf rot stehende Ampeln missachtete.

Die Jagd endete vor einer geschlossenen Bahnschranke und der Fahrer flüchtete zu Fuß auf einen Bauernhof, wo er festgenommen wurde. In seinem Wagen stellten die Beamten 35 Kilo Haschisch sicher.

Das Urteil wird nun am Montag, 9. August, verkündet. Günter Weber

Als Verteidiger tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.