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Kurier oder Händler

von Günter Weber vom 10.08.2004 in Münstersche Zeitung (Kreis Steinfurt)

Münster/Steinfurt - Der 44-jährige Gastwirt aus Steinfurt, der sich vor der 7. Großen Strafkammer am Landgericht Münster wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in 26 Fällen verantworten musste, kam diesmal besser davon, als bei seiner Verurteilung im April dieses Jahres.

Während das Gericht damals unter Einbeziehung einer Vorverurteilung gegen den Angeklagten eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verhängte, wurden es diesmal "nur" zehn Monate.

Diese wurden allerdings aufgrund der Vorstrafen nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht blieb unter dem Antrag des Staatsanwaltes, der ein Jahr und sechs Monate ohne Bewährung beantragt hatte. Stattdessen muss der Angeklagte eine Geldstrafe in Höhe von 100 Tagessätzen zu jeweils zehn Euro bezahlen.

Einen Teil der angeklagten Tatvorwürfe hatte die Kammer zuvor eingesellt. Sein Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, weil man seinem Mandanten die Tatvorwürfe nicht zweifelsfrei nachweisen könne.

Wie im ersten Verfahren hat der Angeklagte auch diesmal bis zuletzt alle Tatvorwürfe abgestritten und ausgesagt, dass er lediglich als Kurier für einen Drogendealer fungiert habe.

Das Gericht war jedoch nach der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der 44-Jährige in Steinfurt in der Zeit von Januar 2002 bis Juni 2003 regelmäßig mit Rauschgift gehandelt hat.

Der 44-Jährige hatte sich im Juni vergangenen Jahres eine wilde Verfolgungsjagd mit der Besatzung eines Streifenwagens geliefert. Der Mann hatte Gas gegeben, als er vor seiner Wohnung die Beamten bemerkte und war mit seinem 500er Mercedes geflüchtet.

Mit teilweise über 200 Stundenkilometern ging es über Landstraßen und durch den Ortskern von Nordwalde, wobei der Flüchtende rote Ampeln missachtete.

Die Jagd endete schließlich vor einer geschlossenen Bahnschranke und der Fahrer flüchtete zu Fuß auf einen Bauernhof, wo er festgenommen wurde.

In seinem Wagen stellten die Beamten 35 Kilo Haschisch sicher.web

Als Verteidiger tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.