Veröffentlichungen

Jetzt ist nur noch der Borghorster übrig

von Günter Weber vom 02.12.2004 in Münstersche Zeitung (Kreis Steinfurt)

Münster/Steinfurt - Von den ursprünglich vier Angeklagten aus Borghorst, Hamburg und Witten, die sich wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor der 8. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten müssen, ist seit gestern nur noch einer übrig geblieben. Den drei Männern und einer Frau im Alter von 44 bis 51 Jahren war zur Last gelegt worden, zwischen Oktober 2000 und Februar 2004 im großem Umfang Haschisch aus Spanien eingeführt und in Deutschland verkauft zu haben (wir berichteten). Das Rauschgift war überwiegend in verschlossenen Olivendosen transportiert worden.

Was den Hauptangeklagten, einen 51 Jahre alten Kfz-Mechaniker aus Steinfurt angeht, hat die Kammer neue Erkenntnisse über weitere Straftaten im Zusammenhang mit dem Rauschgiftschmuggel erhalten, so dass eventuell mit einer Nachtragsanklage gegen den Hobbyflieger zu rechnen ist. Das Gericht trennte daher das Verfahren gegen ihn ab und befasste sich abschließend mit dem 45-jährigen Mitangeklagten aus Witten. Das Gericht verurteilte ihn wegen unerlaubtem Handeltreiben und unerlaubtem Besitz von Haschisch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem erklärte die Kammer den Verfall von 12 000 Euro. Bei dieser Summe handelt es sich das Geld, das der Angeklagte mit dem Verkauf der Drogen eingenommen hat. Sollte er irgendwann über entsprechende Mittel verfügen, muss er der Staatskasse das Geld zahlen.

Zu seinen Gunsten wertete die Kammer das Geständnis und die Tatsache, dass er bereits neun Monate in Untersuchungshaft verbracht hat. Zu seinen Lasten schlage die Menge von drei Kilo Haschisch zu Buche. Ein 44-jähriger Angeklagter aus Hamburg war bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat zur Bewährung verurteilt worden. Eine mitbeteiligte 47 Jahre alte Frau war mangels Beweisen freigesprochen worden. Der Prozess gegen den Borghorster, der mehrere Fälle eingeräumt hat, wird am 7. Dezember fortgesetzt. - web

Als Verteidiger u.a. tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.

 

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