Veröffentlichungen

Haschisch statt Oliven

von Günter Weber vom 12.10.2004 in Münstersche Zeitung (Kreis Steinfurt)

Münster/Steinfurt - Vier Angeklagte aus Borghorst, Hamburg und Witten müssen sich seit gestern wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor der 8. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten. Den drei Männern und einer Frau im Alter von 44 bis 51 Jahren wird zur Last gelegt, zwischen Oktober 2000 und Februar 2004 in großem Umfang Haschisch aus Spanien eingeführt und hier verkauft zu haben. Laut Staatsanwalt wurde das Rauschgift überwiegend in Olivendosen transportiert. Insgesamt über 20 Kilo.

Der Hauptangeklagte, ein 51-jähriger gelernter Kfz-Mechaniker und Hobbyflieger aus Borghorst, räumte zum Prozessauftakt mehrere Taten ein. Er habe sich damals überwiegend in Spanien aufgehalten und sei durch Mundpropaganda auf gute Preise aufmerksam geworden. Wiederholt habe er dann das Rauschgift überwiegend in Paketen zu seinem Abnehmer nach Süddeutschland gebracht. Mehrmals habe er diesen an Flugplätzen getroffen. Als Konserven getarnt seien jedes Mal etwa 1200 Gramm Haschisch geschmuggelt worden. Damit es nicht auffalle, habe man etwas Wasser in die Dosen gefüllt. Da er das Rauschgift fast immer habe vorfinanzieren müssen, sei es nicht allzu oft gewesen.

Anhand des sichergestellten Pilotenbuches hielt der Vorsitzende dem Angeklagten die eingetragenen Flüge von Spanien nach Deutschland vor. Der betonte " wie schon zuvor " dass er niemals das Flugzeug zum Transport benutzt habe.

Alles in allem räumte der 51-Jährige aber ein, dass es sich insgesamt um zehn bis zwölf Kilo Haschisch im Wert von 48 000 Euro gehandelt habe.

Einer der Angeklagten soll laut Anklage Rauschgift abgenommen haben, ein weiterer sei als Kurier in Erscheinung getreten und die Lebensgefährtin des 51-Jährigen habe das Haschisch für ihn aufbewahrt. Sie wollten zu den Tatvorwürfen noch keine Angaben machen.

Für den Prozess sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird Anfang Dezember erwartet.

Als Verteidiger u.a. tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.

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