Veröffentlichungen

Handfester Streit um 14-jährige Tochter

von Günter Weber vom 01.07.2003 in Münstersche Zeitung

Münster - "Ich werde die ganze Familie ausrotten!" Nach dieser Drohung am Telefon machten sich ein 40-jähriger Mann und seine 37 Jahre alte Ehefrau am 11. März dieses Jahres von Hamm aus mit einem Taxi auf den Weg nach Münster, um ihre 14-jährige Tochter aus dem Haus der betroffenen Familie in Münster zurückzuholen.

Bewaffnet mit zwei Messern, einem Fleischerhaken und einem Wagenheber verschaffte sich das Ehepaar gewaltsam Zutritt zu der Wohnung ihrer "Widersacher" in Münster, indem der Ehemann mit dem Autowerkzeug die Eingangstür einschlug.

Laut Anklage hielt er dem noch schlafenden Hausbewohner zunächst ein Messer an den Hals und schlug ihm dann mit dem Fleischerhaken gegen den Kopf, wodurch der Geschädigte Verletzungen im Gesicht erlitt. Dann trat er auf den am Boden liegenden Mann ein.

Die Ehefrau des Angeklagten soll inzwischen versucht haben, mit dem Wagenheber auf einen weiteren Mann einzuschlagen, der sich jedoch dem Angriff entziehen konnte. Nach dem Verlassen des Hauses wurde der 40-Jährige von Mitgliedern der geschädigten Familie angegriffen und ebenfalls körperlich misshandelt.

Seit gestern muss sich das Ehepaar wegen gefährlicher Körperverletzung vor der 3. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten. Der bereits einschlägig vorbestrafte Ehemann " er ist unter anderem wegen Körperverletzung zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden " und seine Frau machten weder Angaben zur Person noch zu dem Tatvorwurf.

Auch die Geschädigten, die als Zeugen gehört wurden, machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Auf sie wartet ebenfalls ein Verfahren wegen Körperverletzung, das jedoch am Amtsgericht verhandelt wird.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. WEB

Als Verteidiger tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

und Rechtsanwältin Ursula Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.