Veröffentlichungen

Ex-Partner belasten sich gegenseitig

von Günter Weber vom 19.01.2008 in Westfälische Nachrichten (Rheine)

Münster/Gronau. Einen Erlös von über 30 000 Euro soll ein 37-jähriger Angeklagter aus den Niederlanden durch Verkauf von Kokain und Marihuana erzielt haben. Seit gestern muss sich der nigerianische Staatsangehörige vor der 11. Großen Strafkammer am Landgericht Münster wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, von August bis Dezember 2003 überwiegend in Gronau, Enschede, Münster, Amsterdam, aber auch in anderen Orten gemeinschaftlich mit einer gesondert verfolgten Frau in sieben Fällen unerlaubt mit den Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben. Bei fünf Fahrten von Holland nach Gronau soll der Angeklagte Kokain und Marihuana eingeführt haben.

Zum Prozessauftakt stritt der Angeklagte, der unter falschem Namen in den Niederlanden lebte und deshalb erst 2006 ausfindig gemacht wurde, die Tatvorwürfe ab. „Ich habe mit Drogen nie etwas zu tun gehabt“, sagte er. Er habe damals eine Nigerianerin auf einer Party in Gronau kennengelernt. Sie sei es gewesen, die mit Rauschgift handelte. „Ich habe ihr immer wieder gesagt, sie solle damit aufhören“, erklärte der Angeklagte vor dem Landgericht.

Der 37-Jährige wurde jedoch von seiner Ex-Freundin, einer 39 Jahre alten Nigerianerin, schwer belastet. Die Frau, die bereits 2004 verurteilt wurde und zur Zeit in der Justizvollzugsanstalt Senne ihre Strafe verbüßt, sagte im Gericht als Zeugin aus, dass sie einem Freund des Angeklagten 4 000 Euro gegeben habe, die dieser ihrer Familie in Nigeria überbringen sollte. Das Geld sei aber dort nie angekommen. Der Angeklagte habe ihr angeboten, das Geld wiederzubeschaffen. Dafür müsse sie aber Kokain verkaufen. Es habe sich jedes Mal um zehn Gramm gehandelt, die sie zu Abnehmern bringen musste.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

Als Zeugenbeistand tätig: Rechtsanwältin Ursula Knecht 

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.

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