Veröffentlichungen

Duo gestand den Drogenschmuggel

von Günter Weber vom 16.01.2003 in Münstersche Zeitung

Münster - Es dauerte recht lange am zweiten Verhandlungstag, ehe sich der 35-jährige Nigerianer und seine holländische Bekannte (28) - beide aus Münster - vor der 3. Großen Strafkammer zu einem Geständnis durchringen konnten. Das Duo ist angeklagt, insgesamt vier Kilo Kokain aus Curacao über Amsterdam in die Bundesrepublik Deutschland eingeschmuggelt zu haben.

Zuerst räumte gestern die Holländerin ein, dass sie im September 2001 zu einer Kurierfahrt auf die niederländischen Antillen nach Curacao gestartet war und das Rauschgift in einer speziell für den Schmuggel vorbereiteten Unterbekleidung über den Flugplatz Amsterdam nach Deutschland brachte.

Kurierflug

Zum Prozessauftakt hatte die Angeklagte dies noch abgestritten und behauptet, dass sie zwar einen Schmuggelauftrag hatte, aber angesichts der verschärften Kontrollen nach den Terroranschlägen am 11. September davon Abstand genommen und den Zettel mit der Kontaktadresse zerrissen habe. Danach habe sie Urlaub gemacht und sei ohne Drogen zurückgeflogen.

Bevor die 28-Jährige die Kurierfahrt einräumte, hatte der Vorsitzende ihr zu verstehen gegeben, dass sie im Falle eines Geständnisses mit einer Bewährungsstrafe rechnen könne.

Davon kann der Nigerianer dagegen nur träumen. Die Kammer machte ihm klar, dass seine Strafe im Falle eines Geständnisses sieben Jahre nicht überschreiten werde. Trotzdem tat er sich schwer, die ihm zur Last gelegten drei in Auftrag gegebenen Kurierfahrten zuzugeben.

Reiner Tisch

Als der Vorsitzende ihm unmissverständlich klar machte, dass das Gericht weitere Zeugen laden und auch die Telefonüberwachung in den Prozess einführen werde, machte er schließlich reinen Tisch.

Das Urteil wird am 23. Januar verkündet. WEB -

Als Verteidiger u.a. tätig: Rechtsanwältin Ursula Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.