Veröffentlichungen

Drogenhandel im großen Stil

von Günter Weber vom 17.08.2006 in Münstersche Zeitung

Münster - Der Schlag gegen eine mehrköpfige Rauschgiftbande gelang der Polizei bereits am 10. März dieses Jahres. Die Beamten durchsuchten eine Wohnung am Berg Fidel und drei weitere Objekte im Stadtbereich.Insgesamt nahmen sie bei der Razzia zwölf Personen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren fest, die seit längerer Zeit mit Rauschgift handelten. Gegen acht Personen wurde Haftbefehl erlassen.Die sieben Männer und eine Frau müssen sich seit gestern wegen Drogengeschäften im großen Stil vor der 11. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten. Der Staatsanwalt legt den Angeklagten zur Last, als Mitglieder einer Bande gehandelt zu haben, die über vier Jahre lang gewerbsmäßig Marihuana und Haschisch über die Grenze schmuggelten und weiterverkauften. In über 160 Fällen soll es sich - so der Staatsanwalt - um fast eine Tonne Rauschgift im Marktwert von mehreren Millionen Euro gehandelt haben.So soll einer der Hauptangeklagten, ein 31-jähriger Münsteraner, alleine über eine halbe Million Euro eingenommen haben.Das Strickmuster der Täter war meist identisch. Der Stoff wurde bei niederländischen Dealern, überwiegend in Enschede, Hengelo oder Arnheim gekauft. In Holland wurden die Drogen dann im Kofferraum eines PKW versteckt und in Grenznähe geparkt. In wechselnder Beteiligung brachten die Angeklagten, die durch den Verkauf ihren aufwendigen Lebensunterhalt finanzierten, das Rauschgift über die Grenze. In einem Waldstück bei Nienberge wurde die Ware aufgeteilt und dann im Raum Münster weiterverkauft.Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten damals 16 Kilo Marihuana und 1,6 Kilo Haschisch im Schwarzmarktwert von über 145 000 Euro sicher. Bereits im Juli 2005 war die Polizei den Bandenmitgliedern, die alle untereinander verwandt sind, auf die Spur gekommen. Obwohl die Bande wusste, dass sie sich im Visier der Polizei befand, stellte sie ihre Aktivitäten nicht ein, sondern versuchte die Polizeimaßnahmen zu unterlaufen. Die Gruppe, das betonte nach der Festnahme ein Polizeisprecher, sei bestens organisiert und strukturiert, ihre technische Ausrüstung auf dem neuesten Stand gewesen.Die Angeklagten erklärten sich zum Prozessauftakt zu Geständnissen bereit, nachdem sich die Beteiligten auf Strafobergrenzen geeinigt hatten. So soll die Höchststrafe für den Hauptangeklagten siebeneinhalb Jahre nicht überschreiten. Für die übrigen Angeklagten sollen die Strafen zwischen sechs und zweieinhalb Jahre betragen.

 

Als Verteidiger u.a. tätig: Rechtsanwältin Ursula Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.

 

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