Veröffentlichungen

Autoschieber legten Geständnis ab

von Günter Weber vom 10.11.2005 in Münstersche Zeitung

Überraschende Wende im Prozess um Betrügereien in über 60 Fällen

Münster. Eine überraschende Wende nahm der Prozess gegen vier Angeklagte vor der 3. Großen Strafkammer am Landgericht Münster. Die Männer, zwischen 32 bis 51 Jahre alt, sagten am zweiten Verhandlungstag aus. Das Quartett soll in über 60 Fällen mit Hilfe von gefälschten Kreditunterlagen und fingierten Autokäufen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben.

Als dem Quartett klar wurde, dass im Fall eines glaubwürdigen Geständnisses die Strafobergrenzen nicht überschritten würden, packte es aus.

Die drei Angeklagten, das Verfahren gegen den vierten wurde abgetrennt, bestätigten größtenteils die Anklagevorwürfe. Sie hätten mit einem Jugoslawen zusammengearbeitet. Der Münsteraner gab zu Protokoll, dass die betrügerischen Machenschaften mit der Vermarktung gebrauchter Fahrzeuge und Unfallautos begonnen hätten. Für jeden fingierten Autokauf habe er und sein Partner aus Kalkar je 2000 DM erhalten. Seine Hauptaufgabe sei es gewesen, gefälschte Selbstauskünfte zu unterschreiben.

Mit diesen Selbstauskünften und getürkten Verdienstbescheinigungen wurden Kredite über eine VW-Bank in Braunschweig verschafft. Außerdem wird Ihnen zur Last gelegt, mit gefälschten Unterlagen angebliche Autokäufe bei einer Bank finanziert zu haben. In 26 Fällen hätten die Männer durch fingierte Blanko-KfZ-Briefe, die vom TÜV in Bayern stammten, und falsche Personalausweise Kreditgeber geprellt und sich Gelder in Höhe von 940 000 DM erschwindelt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Als Verteidiger u.a. tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

                               und Rechtsanwältin Ulrike Baumann

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.