Veröffentlichungen

Autodiebe legten Geständnis ab

von Günter Weber vom 18.07.2006 in Münstersche Zeitung

Münster - Nachdem die 8. Große Strafkammer den drei Angeklagten aus Münster und Drensteinfurt zugesichert hatte, dass die zu erwartenden Strafen dreieinhalb, viereinhalb und siebeneinhalb Jahre nicht überschreiten werden, erklärten sich die Männer (33, 34 und 61 Jahre) am zweiten Verhandlungstag zu einem Geständnis bereit.

Das Trio, dem schwerer Bandendiebstahl, gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen wird, räumte gestern die Tatvorwürfe größtenteils ein. Die Männer gaben zu, in der Zeit zwischen September 2004 und Oktober 2005 in sechs Fällen hochwertige Gebrauchtfahrzeuge von dem Gelände von Autohäusern entwendet und diese im Internet unter Wert mit gefälschten Papieren verkauft zu haben. Der Schaden beläuft sich auf rund 100 000 Euro. Den Erlös teilten sie untereinander auf.

Die Angeklagten gingen immer nach dem gleichen Strickmuster vor. Der 61-jährige Münsteraner machte mit den Fahrzeugen die Probefahrten und tauschte dann bei der Rückgabe die Fahrzeugschlüssel aus. Mit den Originalschlüsseln stahlen seine Kompagnons dann nachts die Wagen von den Höfen der Händler. So wechselten fünf Fahrzeuge, die in Greven, Ascheberg, Münster, Amelsbüren und Beckum gestohlen wurden, den Besitzer. Als ein Audi, der aus Roxel verschwand, angeboten wurde, erkannte der Interessent den gefälschten Brief.

Die Männer hatten in Rinkerode eine Scheune angemietet, wo die Fahrzeuge zunächst abgestellt wurden. Einer der Angeklagten kannte einen Jugoslawen, der die Wagenpapiere fälschte. An den ersten vier Taten waren alle drei Angeklagte beteiligt. Die beiden letzten Diebstähle in Amelsbüren und Beckum führte der 34-Jährige Angeklagte, der bereits einschlägig vorbestraft ist, alleine durch. Der 61-Jährige hatte sich ein Wohnmobil für 140 000 Euro gekauft und dafür sein Haus belastet. Er betonte, dass er aufgrund seiner Schulden sich an den Machenschaften beteiligt habe.

Der Staatsanwalt hielt sich an die Abmachungen und beantragte für den Haupttäter unter Einbeziehung einer Vorverurteilung siebeneinhalb Jahre Haft, für die beiden anderen Angeklagten viereinhalb beziehungsweise drei Jahre. Die Verteidigung plädierte auf milde Strafen, wobei besonders die Geständnisse sich strafmildernd auswirken sollten.

Als Verteidiger u.a. tätig:  Rechtsanwalt Jürgen Knecht und

                                        Rechtsanwältin Ursula Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber. 

 

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