Veröffentlichungen

Angeklagter Rocker trägt plötzlich Glatze

von Günter Weber vom 22.01.2008 in Westfälische Nachrichten

Münster. Ist es Zufall oder Absicht? Überraschend präsentierte sich der 36-Jährige Thomas K. aus Wallenhorst, der sich zusammen mit dem 48 Jahre alten Heino B. aus Bremen wegen Mordes an dem Inhaber eines Motorradgeschäftes in Ibbenbüren-Laggenbeck vor dem Schwurgericht in Münster verantworten muss, am 5. Verhandlungstag im Rockermordprozess mit einer Glatze. Nach der Aussage eines 19-jährigen Kfz-Lehrlings, der seine Beobachtungen vom Tatmorgen im Mai 2007 schilderte, gab der "kahl geschorene Kopf" des Angeklagten Anlass zu Spekulationen.

Jedenfalls hatte der Zeuge ausgesagt, dass er hinter dem vermutlichen Tatfahrzeug, einem schwarzen Kombi, einen Mann mit blonden Haaren gesehen habe, der einsteigen wollte. Auf die Frage des Vorsitzenden Michael Skawran, ob er den Mann im Gerichtssaal erkenne, erklärte der zeuge, dass er ihn nur von hinten gesehen habe. Der Richter hielt dann mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "Man könnte auf die Idee kommen, dass Sie nicht erkannt werden wollen und sich deshalb haben kahl scheren lassen."

Der Kommentar des Verteidigers: "Mein Mandant hat in der JVA vorher keinen Friseurtermin bekommen." Der 19-jährige Zeuge hatte auch beobachtet, wie sein Chef am Tattag gegen 8:30 Uhr leicht gekrümmt in die Produktionshalle lief. "Dann rutschte er aus und fiel hin. Ich lief zu ihm, sah viel Blut Dann setzte ich über mein Handy den Notruf ab", berichtete der Jugendliche.

 

Als Nebenklagvertreter u.a. tätig: Rechtsanwalt Jürgen Knecht

 

Veröffentlichung des vollständigen Presseberichtes mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung des freien Journalisten Günter Weber.